Der Imker

Geboren 1977 in Riesa/Sachsen, hatte ich bis zu meinem 25. Lebensjahr keinerlei Kontakt zu Bienen. Während meines Ökolandbaustudiums in Nordhessen allerdings betrieb einer meiner Mitstudenten bereits eine kleine Bioland-Imkerei. In der Land-WG, in der ich damals lebte, hielten wir schon Hühner und bewirtschafteten etwas Land im Pferdegespann. Zu dieser kleinen Selbstversorgung fehlte uns nur noch Honig. Und so bekamen wir unsere ersten beiden Völker von besagtem Mitstudenten. Das Interesse war geweckt. Aber nach Abschluss des Studiums schlugen zwei Herzen in meiner Brust. Neben der Imkerei gab es ein leidenschaftliches Fernweh, das gestillt werden wollte. Erst nach einer fast dreijährigen Radreise über vier Kontinente gemeinsam mit meiner Frau Anke und unserem Sohn Bela begann ich 2007 erneut zu imkern. Seitdem ist aus den anfänglich drei Völkern eine Imkerei mit derzeit etwa 200 Völkern gewachsen.

Die Imkerei

Seit 2010 lebe ich mit meiner Frau und unseren drei Kindern in Steinsdorf im ostthüringischen Vogtland. Hier fanden wir am Rande des Ortes eine ehemalige Rittergutsscheune und Neubauernstelle, die wir seitdem für uns und die Imkerei umbauen. Die Bienen stehen nicht nur bei uns am Haus, sondern auch auf weiteren 10 Standplätzen zwischen den Flüssen Weida und Weißer Elster verteilt.

Die richtige Wahl der Standplätze ist mir ein besonderes Anliegen. Sowohl Flora als auch Bienen nützen dabei einander. Während Millionen von Blüten von den Bienen bestäubt werden, erhalten diese im Gegenzug kostbaren Nektar und Pollen. Aufgestellt in kleinen Gruppen, fügen sich die aus Holz gefertigten Bienenwohnungen angenehm in die Landschaft und Dörfer der Gegend ein. Bei der Aufstellung achte ich darauf, möglichst von der intensiven Landwirtschaft unbeeinträchtigte Plätze (Streuobstwiesen, Waldlichtungen, Ränder von Flussauen aber auch innerstädtische Standorte) auszuwählen. Dadurch steht den Bienen eine reichhaltige, unbelastete und kontinuierliche Pollen- und Nektarversorgung zur Verfügung. Und auch der erzeugte Honig ist möglichst unbeeinträchtigt von Agrochemikalien und Schadstoffen.

Die Ökologie

Meine Imkerei setzt in jeder Hinsicht auf Regionalität und damit auf eine nachhaltige, ökologisch sinnvolle Erzeugung möglichst reinen und rückstandsfreien Honigs. Um dem auch nach außen hin Ausdruck zu verleihen, bin ich Mitglied des Anbauverbandes Bioland. Dabei gibt es zahlreiche Aspekte zu beachten. Anfallendes Altwachs wird nicht wieder in der Imkerei eingesetzt. Es kommt ausschließlich frisches Jungfernwachs meiner Imkerei zum Einsatz. Mit dieser offenen Wachsstrecke werden Akkumulationen von Schadstoffen vermieden. Eine zusätzliche Futterergänzung für die Überwinterung erfolgt ausschließlich mit deutschem Biorübenzucker. Die Bekämpfung der die Bienen parasitierenden Varroamilben erfolgt durch eine angepasste Betriebsweise und die Behandlung mit Ameisen- und Oxalsäure, die in geringer Dosis auch natürlich im Honig vorkommen. Die jeweils in den Wintermonaten selbstgefertigten Bienenkästen bestehen aus Lärchen- und Fichtenholz, das von kleinen Sägewerken aus der Region bezogen wird. Als Schutzanstrich wird Leinöl verwendet.

Da zu bestimmten Zeiten im Jahr die Bienen und ihr Honig durch die Ausbringung von Agrochemikalien beeinträchtigt werden könnten und sie in den großflächigen Monokulturen nur wenig Pollen und Nektar finden, wandere ich einen Großteil von ihnen in geeignetere Gebiete. In einem Umkreis von bis zu 100 Kilometern werden die Bienenvölker dabei an ökologisch bewirtschafteten Feldern und Waldflächen aufgestellt, wo möglichst rückstandsfreie und charakteristische Honige geerntet werden können.

Für eine ökologisch geführte Imkerei spielt neben den Pflanzen, die die Bienen befliegen, vor allem auch die Art der Haltung eine wichtige Rolle. Hierbei wird versucht, wesensgemäß mit den Bienen zu arbeiten und nach Möglichkeit natürliche Verhaltensweisen zuzulassen und in die Betriebsweise zu integrieren.