Imkern wie Down Under

Der letzte Weihnachtsmarkt ist vorüber und es gibt ein Aufatmen nach vielen Monaten intensiver Arbeit.
Zeit sich zurückzubesinnen und die Saison 2018 ein wenig Revue passieren zu lassen.
Auch wenn der epische Hitze-Sommer die Erinnerungen überschattet, so war auch der Vorfrühling schon außergewöhnlich!
Oft wird angenommen, dass die üppige Obstblüte im April den ersten Honig für die Imker beschert. Das ist allerdings alles andere als selbstverständlich.


Um so kurz nach dem Winter schon Honig sammeln zu können, braucht es 5-6 Wochen vorher bereits milde Phasen, damit Bienen erbrütet und aufgezogen werden können. Das war in diesem Jahr nicht der Fall.
Nach wochenlangen Nachtfrösten im Februar und März gab es hier kurz vor der Obstblüte noch am 21. März -13°c. Und bereits 10 Tage nach dem letzten Nachtfrost am 7. April wurde es ausnahmslos warm und plötzlich blühte alles. In einem solchen „Blitzfrühling“ haben die Bienen das Nachsehen. Die Obstblüte raste in der Hälfte der üblichen Zeit an den Völkern vorbei und an eine Honig-Ernte war kaum zu denken. Lediglich der Bio-Raps ermöglichte durch seine langgezogene Blühzeit eine Ernte.
Auch die Robinienblüte setzte 20 Tage eher ein als üblich. Schnell mussten die Völker gewandert werden. Inzwischen waren die Bienenvölker aber erstarkt und das pausenlos schöne Wetter ermöglichte eine sehr gute Robinienhonig-Ernte.
Noch war genügend Wasser im Boden vorhanden, um vor allem den Bäumen eine gute Nektarproduktion zu ermöglichen. Erneut konnte ich deshalb Götterbaumhonig ernten. Aber auch Lindenhonig konnte gesammelt werden, sodass dieser ab jetzt wieder verfügbar ist.
Ab Juli machte sich dann die anhaltende Hitze und Trockenheit unbarmherzig bemerkbar. Die Pflanzen gaben kaum noch Nektar und Pollen ab.
Aus diesem Grund trugen die Bienenvölker nur Bruchteile der üblichen Ernten in Kornblume, Sonnenblume, Buchweizen und Phacelia ein.
Auch die Waldhonigernte fiel im Vogtland komplett aus, sodass ich diesen Honig leider momentan nicht anbieten kann.

Alles in allem ziehen Erinnerungen aus flimmernder Hitze, unzähligen verschlissenen T-Shirts, Wanderungen in tropisch anmutenden Nächten und viel Staub am inneren Auge vorbei. Eine heftige Saison, bei der man manchmal vergessen konnte, dass man in Mitteldeutschland imkert und nicht Down Under in Australien.
Inzwischen sind die Bienenvölker längst eingewintert und ich hoffe, dass sie gesund und kräftig das Frühjahr erreichen. Und trotz aller Mühe und dem Verlangen nach einer Verschnaufpause freue ich mich doch schon wieder auf den nächsten Bienensommer!!

Es gab dieses Jahr wieder viele sehr schöne Momente auf den Adventsmärkten. Interessante Fragen, Gespräche und Begegnungen. An dieser Stelle möchte ich mich auch für die Treue, Lob und Zusprache für meinen Honig und die Imkerei bedanken und wünsche allen eine besinnliche Weihnachtszeit!

Bioland-Imkerei

Ronny Kern
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