Ein Jahr lang keine schiefen Etiketten!

Der Herbst ist die richtige Zeit, um noch einmal zurückzublicken auf eine lange und erlebnisreiche Bienensaison.

Im zeitigen Frühjahr tat die sehr warme zweite Märzhälfte den Bienen gut. Sie konnten mit Hilfe der Weidenblüte erstarken. Danach gab es wie schon im vorangegangenen Frühjahr eine lange Kälteperiode. Der gesamte April war kalt und es gab viele Nachtfröste. Eine harte Zeit für Imker und Obstbauern. Anstatt Obstblütenhonig zu ernten, verteilte ich 1,5t Honig an die Völker. Axel Senst, der Biolandbauer in dessen Kirsch- und Apfelplantagen ich jedes Jahr Völker zur Bestäubung aufstelle, kämpfte in vielen Nächten gegen die Fröste an, die seine Blüten bedrohten. Nicht immer mit Erfolg.

Ab Mai änderte sich das Wetter deutlich zu unseren Gunsten. Durch das Ausbleiben der Eisheiligen gab es drei Wochen lang gute Bedingungen für die restliche Frühtracht und den Bio-Raps. Dort konnte ich eine gute Ernte einfahren. Auch die Bedingungen für die Zucht und Bildung neuer Jungvölker waren exzellent in dieser Zeit.

Die Aprilfröste beeinflussten auch die Robinienblüte. Die Blütenansätze waren teilweise geschädigt und viele Bäume hatten dann Ende Mai nur eine Art Notblüte. Da das vorhergesehen werden konnte, brachte ich die doppelte Anzahl von Völkern in die Robinie, um die gleiche Erntemenge wie sonst zu erhalten. Da die Robinienblüte nur 6 Tage lang Honig lieferte, war es ein Wettrennen mit der Zeit und bedeutet viele Nachtschichten.

In unserer Region gab es dann leider keine nennenswerte Sommertracht mehr. Lediglich zwischen 10. und 26. Juni trugen die Bienen noch etwas aromatischen Sommertrachthonig ein. Die Völker in meiner Region, die nicht gewandert wurden, hatten somit insgesamt nur 40 Flugtage an denen sie Honig eintrugen. Ab Juni musste dann gefüttert werden.

Bei den Völkern, die gewandert wurden, sah es etwas besser aus. Zwar gab es dieses Jahr keinen Waldhonig in meiner Region, dafür konnte ich überraschenderweise in Leipzig und Riesa erneut statt Lindenhonig einen sehr leckeren Götterbaumhonig ernten. Auch die Wanderung in Sonnenblume und Buchweizen brachte wieder sehr schöne Honige.

Die Phacelia wurde aufgrund des kalten Aprils vom Bauern so spät gesät, dass sie erst im August blühte und keine nennenswerten Mengen an Honig mehr geerntet werden konnten.

Bei der Bestäubung von Senf und Ölrettich trugen die Völker auch viel Himbeere und Kornblume ein, sodass auch hier kein Sortenhonig entstand.

Bis Ende August (und damit fast ein ganzes Jahr lang) hatte ich die unschätzbare Hilfe von Laura. Zehntausende Etiketten gingen durch ihre Hände in dieser Zeit, keine einzige Schleuderungen ohne sie und kein überflüssiges Rähmchen blieb unausgeschmolzen!
Danke für die 'entspannteste' Saison der letzten Jahre!

Bioland-Imkerei

Ronny Kern
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