Winterhonig aus Indien und Kanada

Während die letzten Arbeiten an den Völkern geschehen, wird es merklich Herbst. Die zum Teil schon sehr kalten Nächte mahnen zur Eile beim letzten Füttern der Bienen. Nach einem recht kühlen Bienensommer und einer eher durchschnittlichen Ernte beschenkte der heiße August die Bienen mit vielen Flugstunden. An meinen Ständen in Flussnähe konnten die Völker dieses Jahr nach der Ernte noch so viel Nektar vom drüsigen (indischen) Springkraut sammeln, daß dort das Winterfutter nur mit sehr geringen Zuckermengen ergänzt werden muss. Obwohl dadurch die "Auenbienen" in diesem Jahr also beinahe komplett auf Honig überwintern können, sehe ich die Ausbreitung des Springkrautes natürlich kritisch. Zusammen mit der kanadischen Goldrute sind diese invasiven Neophyten mit einem vielfachen der Nektarmenge einheimischer Pflanzen ausgestattet und verdrängen diese massiv. Andererseits sind sie ein Trostpflaster und Ausgleich für die Bienen in unserer zum Teil ausgeräumten und monotonen Landschaft.

Neben der Honigerzeugung gibt es noch die Erzeugung neuer Völker und Königinnen. Trotz der zum Teil ungünstigen Bedingungen dafür im Frühling und Frühsommer geriet hier alles sehr gut. Neben den etwa 100 Wirtschaftsvölkern, die ich betreue, müssen noch gut 150 Jungvölker versorgt werden. Trotz einiger Verkäufe werde ich deutlich mehr Völker einwintern, als ich im nächsten Jahr selber beimkern will. Zum einen lässt mich dieser Überschuss gelassen durch den Winter gehen. Trotzdem wird es leider nötig sein, mich im Frühling von einigen Völkern zu trennen. Bei einer Imkerei in meiner Größe fällt das zumindest mir noch schwer. Ich sehe die Bienenvölker noch nicht als Massenware, die man zu hunderten erzeugt und verkauft. Beim Schleudern werden immer wieder Helfer überrascht, wenn ich anhand der Nummer auf den Honigkästen im Stande bin zu sagen, wo diese Volk steht, was es mit ihm in diesem und dem letzten Jahr schon für Besonderheiten gab und von wem es abstammt. Bei Völkerzahlen deutlich über 500 bis hin zu tausenden ist das natürlich nicht mehr möglich. Das entspricht allerdings nicht der Philosophie meiner Imkerei in der ich meine Völker selbst und ohne Angestellte betreuen möchte. Dazu gehören natürlich auch die Arbeiten vom Bauen der Rähmchen bis hin zum Abfüllen des Honigs. Dabei habe ich natürlich nichts gegen die Unterstützung durch nette Helfer, wie zuletzt Zuzana aus Prag. Bei der riesigen ungesättigten Nachfrage nach regionalem Honig aus Ökologischen Imkereien ist es nicht immer leicht dem Drang zum Vergrößern nicht nachzugeben und die selbst gesteckten Grenzen einzuhalten. Aber die Erinnerung an die vielen 120 Stunden-Wochen im Sommer genügen um "vernünftig" zu bleiben. Die Imkerei soll bei allem noch Freude machen. Vielleicht gründen sich eher noch neue ökologische Imkereien in Thüringen und anderswo, die die starke Nachfrage nach regionalem Honig mit zu stillen vermögen.

Bioland-Imkerei

Ronny Kern
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